Fragen und Antworten

Was ist Psychotherapie, was ist Verhaltenstherapie?

Was ist Psychotherapie, was ist Verhaltenstherapie?

Psychotherapie ist ein von den privaten und gesetzlichen Krankenkassen anerkanntes Behandlungsverfahren bei psychischen Störungen. Durch eine individuelle Auseinandersetzung mit dem eigenen Denken, Fühlen und Handeln wird eine Verbesserung der Symptome erreicht. Ein Psychologischer Psychotherapeut (bei Erwachsenen) bzw. ein Kinder-/Jugendlichenpsychotherapeut unterstützt und regt dabei diesen Prozess an.

Seit 1999 ist diese Berufsbezeichnung gesetzlich geschützt und erfordert – wie bei behandelnden Ärzten – eine staatliche Zulassung zur Heilbehandlung (Approbation), welche eine fundierte Ausbildung voraussetzt.

Wir haben unsere Ausbildung im Vertiefungsgebiet Verhaltenstherapie absolviert. Der Verhaltenstherapeut versteht psychische Störungen als Ergebnisse von ungünstig verlaufenen Lernprozessen. Die Bewältigung der aktuell sichtbaren Problematik steht innerhalb der Verhaltenstherapie im Vordergrund. Dabei wird zunächst aufgrund der Lebensgeschichte ein individuelles Entstehungs- und Krankheitsmodell der Symptomatik erarbeitet, um anschließend diese Bedingungen zu verändern und alternative Erfahrungen im Denken, Fühlen und Verhalten zu erproben und ermöglichen. In der Therapie machen Kinder und Jugendliche demnach neue Erfahrungen und erweitern ihren individuellen Handlungsrahmen. Sie lernen, sich alternativ zu verhalten und neue Erlebnisse zuzulassen. Um Probleme zu überwinden werden vorhandene Fähigkeiten genutzt und Neue ausprobiert. Bei Kindern geschieht dies vor allem über das Spiel, bei Jugendlichen zunehmend im Gespräch.

Verhaltenstherapeuten ist es wichtig, die Wirksamkeit angewandter Methoden ständig in Studien wissenschaftlich zu überprüfen und zu optimieren.

Was ist der Ablauf einer Therapie?

Was ist der Ablauf einer Therapie?

Die Therapie erfolgt in Dauer und Intensität auf die jeweilige Störung und Situation abgestimmt als Einzeltherapie, oft auch begleitet durch eine Gruppentherapie.

In der Regel findet die Therapie 1 mal wöchentlich oder 14-Tägig in 50-min.-Sitzungen statt.

In einem ersten Gespräch können Sie uns und unsere Räumlichkeiten kennenlernen und es besteht die Möglichkeit, weitere Diagnostikstunden (sogenannte probatorische Sitzungen) zu vereinbaren. Diese werden im Regelfall von der Krankenkasse übernommen.

Innerhalb der probatorischen Sitzungen (5 Stunden) findet eine ausführliche Diagnostik mit dem Kind sowie eine Exploration des Bezugssystems statt. Liegt der Verdacht auf eine krankheitswertige psychische Störung vor, wird im Anschluss an die Probatorik mit Ihrem Einverständnis  eine Therapie bei der Krankenkasse beantragt.

Eine Kurzzeittherapie dauert ca. 12 Monate. Hierfür können maximal 25 Sitzungen für die Arbeit mit dem Kind / Jugendlichen und 6 Sitzungen für Bezugspersonen beantragt werden.

Eine Langzeittherapie läuft über 1 bis 2 Jahre. Sie ist dann sinnvoll, wenn eine Kurzzeittherapie nicht ausreicht. Hierfür werden 45 Sitzungen für Kinder/Jugendliche und bis zu 11 Sitzungen zur Einbeziehung der Bezugspersonen beantragt.

Verhaltenstherapie kann in relativ kurzer Zeit Veränderungen herbeiführen. Die Häufigkeit und die Dauer der Therapie richten sich nach dem jeweiligen Anliegen.

Wer übernimmt die Kosten meiner Therapie?

Wer übernimmt die Kosten meiner Therapie?

Als anerkanntes Richtlinienverfahren werden die Kosten der Therapie von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. 

Bei Privatpatienten erfolgt die Rechnungslegung durch unsere Praxis an den Patienten. Eine Kostenerstattung von privaten Krankenkassen und der Beihilfe ist prinzipiell möglich. Die entsprechenden Modalitäten sollte von Ihnen im Vorfeld des Therapiebeginns mit der Kasse bzw. Beihilfe geklärt werden.